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Jahresbericht 2007 | Einzigartigkeit der katholischen Kirche

Der Seelsorgerat traf sich fünf Mal im Leitungsgremium (8 Personen) und fünf Mal in der Vollversammlung (20 Personen). Dazu kamen sechs Begegnungsabende in den Dekanaten des Kantons Luzern, ein öffentlicher Begegnungstag sowie ein Wochenende.

Begegnungsabende

Im Mai und anfangs Juni 2007 fanden in sechs Dekanaten des Kantons Luzern die alljährlichen Begegnungsabende statt. Die Zusammenkünfte unter dem Thema «Und Gott sah, dass es gut war?» knüpften an die Herbsttagung 2006 des Seelsorgerates an und befassten sich mit der Fragestellung: Wie kann Gott es zulassen, dass Menschen, die ihr Leben nach ihm ausrichten, von schweren Schicksalsschlägen getroffen werden? Anhand eines Bildes von Marc Chagall kamen wir gemeinsam ins Gespräch.

An den sechs Begegnungsabenden nahmen je etwa 40 Personen teil. Die Begegnungsabende bieten jeweils gute Gelegenheiten für Austausch und überpfarreiliche Kontakte in den Dekanaten.

Einzigartigkeit der katholischen Kirche

Das Vatikanische Dokument «Antwort zu einigen Fragen» vom Juni 2007 hat auch den Seelsorgerat beschäftigt. Unsere Anstrengungen in der Ökumene erlitten mit diesem Dokument einen schweren Rückschlag. Verschiedentlich wurde nach Gründen gesucht, warum dieses Dokument veröffentlicht wurde. Eine öffentliche Stellungnahme des Seelsorgerates war auf Grund der Ferienzeit nicht möglich. Umso prompter hat die Kirchgemeinde der Stadt Luzern reagiert, welche sich von diesem Dokument distanzierte und die reformierte Kirche um Entschuldigung bat.

Wochenende des Seelsorgerates 27./28. April

Am Wochenende in Rickenbach LU befasste sich der Seelsorgerat mit dem Thema Partnerschaft – Ehe – Familie. Im Bistum Basel gibt es keine Fachstelle für Ehe und Familie. Deshalb hat uns der Leiter der Fachstelle Partnerschaft – Ehe – Familie des Bistums St. Gallen, Niklaus Knecht-Fatzer, das Thema näher gebracht. Als sehr kompetenter und begabter Moderator hat er uns die Realität der Familie von heute und die daraus notwendigen Konsequenzen aufgezeigt. Die Familie ist nicht mehr eine Form, die das ganze Leben bestimmt. Eine Ehe besteht aus mehreren Lebensabschnitten: Zuerst Partnerschaft, dann Familie mit Kindern und später wieder die Partnerschaft ohne Kinder.

Die Familie als Lebensform wird oft idealisiert. Viele Ehen zerbrechen an diesem Ideal, weil die Ideal-Familie nicht erreichbar ist. Es gibt keine Familienpastoral, die alle Bedürfnisse abdeckt, Es braucht gezielte Angebote und Aktivitäten, welche auf die jeweilige Lebenssituation der Menschen zugeschnitten sind. Voraussetzung für eine solche Pastoral ist ein hohes Niveau an Toleranz. Diese ist in den Pfarreien und Gemeinden nicht zwangsläufig vorhanden, sondern muss hart erarbeitet werden. Wir werden versuchen, aus diesen Schlüssen Verbesserungsvorschläge für die Familienseelsorge zu erarbeiten.

Begegnungstag der Luzerner Katholiken in Baldegg am 20. Oktober

Von Zeit zu Zeit laden die Landeskirche des Kantons Luzern und der kantonale Seelsorgerat zu einem Begegnungstag ein. Unter dem Thema «Himmel und Erde, Musik und Spiritualität» fanden sich 140 Personen zu dieser ganztägigen Veranstaltung ein. In Ateliers konnte man sich verschiedenen Arten von Musik zuwenden.
Da gab es spirituelle und meditative Lieder, Musik von Gregorianik bis Taizé, Rock, Rap, Jazz, Orgelpsalmen, Tänze zu Musik, oder man konnte die Seele mit eigenen Instrumenten erklingen lassen. In allen Ateliers wurde zum Mitsingen, Mittanzen und Mitmusizieren aufgefordert, was von den Teilnehmenden rege in Anspruch genommen wurde.
Ein Podiumsgespräch und eine Schlussfeier in der Klosterkirche rundeten den musikalischen Tag ab. Die Teilnehmer, die Atelierleiter und die Organisatoren haben diesen Tag mit Begeisterung mitgestaltet. Er wird uns noch lange als positive Erfahrung in Erinnerung bleiben.

Vernetzung

Der Seelsorgerat trifft sich regelmässig mit den Seelsorgräten des Bistums Basel und den Seelsorgeräten der ganzen Schweiz. Dort werden Gedanken aus Sicht der Laien über die Situation der Kirche ausgetauscht. Bei den Sitzungen des Bistumsseelsorgerates und bei der der Sitzung aller Seelsorgeräte der Schweiz sind jeweils auch die zuständigen Bischöfe anwesend. Dort können wir die Anliegen der Laien einbringen.

Kirchliche Gassenarbeit

In seiner Sitzung zum Jahresabschluss besuchte der Seelsorgerat das Paradiesgässli, ein Ort, an dem suchtbetroffene Eltern mit Kindern betreut werden. Eindrücklich schilderte uns der Geschäftsleiter der Kirchlichen Gassenarbeit Luzern, Sepp Riedener, die aktuelle Situation der Drogenabhängigen und die vielen Hilfeleistungen, welche die Kirchliche Gassenarbeit in Luzern leistet. Welcher hohe Stellenwert eine separate Anlaufstelle für Eltern und Kinder hat, wurde uns an diesem Abend bewusst.

Das Paradiesgässli möchte mithelfen, dass Kinder von suchtbetroffenen Eltern ausserhalb Gassenküche und den weiteren Treffpunkten Drogenabhängiger altersgerecht und persönlich betreut werden können. Mit viel Engagement hilft das Team des Paradiesgässlis, den Kindern und Jugendlichen einen guten Start in das Berufsleben zu ermöglichen, damit sie nicht in die gleichen Probleme wie die Eltern hineingezogen werden.

Ich danke allen Seelsorgerätinnen und Seelsorgeräte sowie Ruedi Heim, Bischofsvikar ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit

Markus Muheim, Präsident