Zur Startseite Zur Navigation Zum Inhalt Zur Kontaktseite Zur Sitemapseite Zur Suche

Glaubens- und Begegnungstag 2014: Wir, die Verstecke des grossen Gottes

Unter dem Titel «Gott ist anders» hinterfragte die Impulstagung des Katholischen Seelsorgerats am 20. September in der Klosterherberge Baldegg herkömmliche Gottesbilder. Zu den Leitern der Workshops gehörten auch Olympiasieger Pirmin Zurbriggen und alt Regierungsrat Anton Schwingruber.

Aus Anlass der Feiern zum 50-Jahre-Jubiläum des II. Vatikanischen Konzils (1962-1965) lud der Katholische Seelsorgerat des Kantons Luzern (KSRL) zur Herbstimpulstagung «Gott ist anders» ein. Für einmal befassten sich die 75 Teilnehmenden nicht mit innerkirchlichen Strukturen, sondern in acht Workshops mit dem Zentrum allen Glaubens – Gott.

Der ehemalige Luzerner Regierungsrat Anton Schwingruber begrüsste den Wandel der Gottesbilder: «Wir haben heute ein unverkrampfteres Gottesbild als früher.» Heutige Kinder würden mit einem liebevolleren Gottesbild aufwachsen als Kinder früher und das sei gut so. Schwingruber wies in dem von ihm geleiteten Workshop «Gott in der Politik» auf den positiven Sinn der Relgionsfreiheit hin, nach welcher der Staat einen Menschen in seiner Religionsausübung nicht beeinträchtigen dürfe.

«Der Schlüssel zur inneren Zufriedenheit»

Im Workshop «Gott und Sport» erzählte der frühere Walliser Skirennfahrer und Olympiasieger Pirmin Zurbriggen sehr persönlich über seine Erfahrungen. Schon früh im Leben erkannte er: «Allein kann ich es nicht schaffen.» Mit dem Glauben habe er eine zweite Tür in seinem Leben gefunden, der Glaube sei der Schlüssel zur inneren Zufriedenheit und zum Ablegen der Angst. Alle Erfolge, auch die ganz grossen, relativierten sich und führten zu sportethischen Fragen: «Was tun wir alles für den Erfolg?»

«Wir sind nicht Gott»

Der Katholische Seelsorgerat im Kanton Luzern stärkt mit der jährlichen Impulstagung die örtlichen Pfarreiräte und würdigt ihr ehrenamtliches Engagement. Zugleich sollen die Impulse in die Pfarreien hinausstrahlen. Diesem Anliegen trug Thomas Villiger, Co-Leiter der Fachstelle Pfarreientwicklung und Diakonie der Landeskirche, in seinem Eingangsreferat Rechnung. Er erinnerte an die Worte des Dichterpfarrers Kurt Marti vom Versteck Gottes im Menschen. Als Wohnort und Tempel Gottes solle der Mensch gar nicht so viel von Gott reden, sondern sich in die Wirklichkeit und in den Alltag hineinstellen.

Im Schlusswort knüpfte Bischof Felix Gmür an diesen Gedanken an: Der Geist Gottes wohne im Menschen, aber der Mensch sei nicht Gott. «Wir sind anders als Gott.» Das solle uns gesellschaftlich vor Grössenwahn bewahren.