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Jede Woche kochen zehn Frauen der Gruppe «Zäme Zmittag» in Beromünster und laden zu Tisch. Das bringt Menschen aus allen Generationen und dem ganzen Michelsamt zusammen. Für diese «gelebte Gemeinschaft» zeichnet die katholische Kirche im Kanton Luzern die Gruppe mit dem 5. «Dank Dir!»-Preis aus. Am 15. Mai 2018 wurde dieser als Überraschung verliehen.

Am Mittagstisch von «Zäme Zmittag» im Pfarreiheim sitzen Chorherren des Stifts Beromünster neben Schulkindern und ihren Müttern, Seniorinnen und Senioren nehmen Platz, Einzelpersonen aller Schichten und Generationen, ungeachtet ihrer Herkunft, Konfession und Religion. «Da geht es um weit mehr als nur das Essen», stellt die Jury in ihrem Bericht fest. «Zäme Zmittag» sei «gelebte Gemeinschaft» und «ein Gewinn für die Gemeinschaft». Am «Zäme Zmittag»-Tisch kämen Menschen miteinander in Kontakt, die allein leben, andere nähmen fremde Not wahr, aus Gesprächen wachse mitunter Unterstützung. «So wird Kirche im Alltag erlebbar, das ist gelebte Diakonie», findet die Jury.

Seit zehn Jahren treffen sich im «Café Grüezi» in Buchrain Menschen aus der Gemeinde und der ganzen Welt. Dafür wird das Integrationsangebot der Pfarrei und Kirchgemeinde jetzt mit dem 4. «Dank Dir!»-Preis der katholischen Kirche im Kanton Luzern ausgezeichnet.

«Pionierarbeit» sei in Buchrain geleistet worden, stellt die Jury in ihrem Bericht fest. Das «Café Grüezi» sei entstanden, lange bevor «Asyl» zu einem die Politik bestimmenden Thema wurde. Und in einer «gut situierten Gemeinde mit einem nur mittleren Ausländeranteil», in der es «möglicherweise mehr Mut und Überzeugungsarbeit» brauche, sich für Asylsuchende und Flüchtlinge einzusetzen.

Der 4. «Dank Dir!»-Preis macht am Beispiel Buchrain stellvertretend sichtbar, was in vielen Luzerner Kirchgemeinden und Pfarreien geschieht: Frauen und Männer setzen sich selbstverständlich und im Stillen für Menschen ein, die auf der Flucht in ihrer Gemeinde gestrandet sind. Das «Café Grüezi» will ihnen hier eine Ahnung von Heimat verschaffen. Getragen wird es von der katholischen Kirchgemeinde, beteiligt sind die reformierte Kirche und der «FrauenImpuls» Buchrain.

Im Pfarreisaal findet monatlich am Montagnachmittag ein Treffen statt. Bis 15 Personen nehmen daran teil und ein Dutzend Kinder, es sind Asylsuchende, Flüchtlinge, Ausländerinnen und Ausländer, Zugezogene und Hiesige; sie kommen aus dem Irak, Iran, Sri Lanka, aus der Türkei, Eritrea, Vietnam, Angola, Burma, Syrien, dem Kosovo, aus Tunesien – und der Schweiz. Jeder Nachmittag steht unter einem Thema. Mal geht es um die Jahreszeiten, mal, ganz alltäglich, um die Abfallentsorgung oder die Hausaufgaben. Andere Male stellen die Besucherinnen ihre Länder vor oder es wird getanzt. «Arbeit im Kleinen, die Grosses bewirken kann», schreibt die Jury über das Freiwilligen-Team mit Käthy Ruckli, Margrith Grüter, Corinne Moor und Ida Kaufmann-Hellwig. Diese und weitere Engagierte schenken Migrantinnen und Migranten immer wieder einige Stunden ihrer Freizeit. Sie hören zu und helfen durch den oft noch unbekannten Alltag. Durch das «Café Grüezi» kommen die Besucherinnen auch untereinander in Kontakt und können ein Netz von Beziehungen knüpfen.

«Es kommt viel zurück»

Der «Dank dir!»-Preis wird jeweils ohne Vorankündigung vergeben. Für Käthy Ruckli war es deshalb eine «unglaubliche Überraschung», als die Jury am Nachmittag des 15. Mai mit Fahnen, Check und Kuchen in das «Café Grüezi» platzte. Im Pfarreisaal wirbelte gerade das Leben durcheinander; Frauen aus vielen Ländern sassen an den Tischen, spielende Kinder wuselten umher. «Wir haben eine Riesenfreude», sagte Käthy Ruckli, und dankte ihrem Team und der Trägerschaft für die Unterstützung. Von dem Angebot profitierten nicht nur die ausländischen Familien, sondern ebensosehr die Schweizer Frauen, die das «Café Grüezi» durchführten: «Es kommt jeweils viel zurück.»

Freiwilligenarbeit verdient Anerkennung

Die Landeskirche und der Seelsorgerat (sie schreiben den «Dank Dir!»-Preis aus) zeichnen seit vier Jahren Freiwillige aus, «weil ohne sie in Kirche und Gesellschaft wenig geht», wie Madeleine Strebel bei der Preisübergabe sagte. Sie ist Kirchmeierin von Römerswil, Mitglied des Seelsorgerats und der Jury. «Die einen setzen sich im Verborgenen ein, andere nehmen wir gut wahr», sagte Madeleine Strebel. «Wir sind überzeugt, dass die Freiwilligenarbeit grosse Anerkennung verdient.» Mit dem «Dank Dir!»-Preis solle oft als selbstverständlich wahrgenommenes Engagement öffentlich anerkannt werden.

Ohne Freiwilligenarbeit geht in der Kirche wenig, ist die Jury überzeugt. Unzählige Frauen und Männer jeden Alters setzen sich darin freiwillig für die Gesellschaft ein. Die einen sind gut wahrzunehmen, andere leisten im Stillen einen Beitrag.

Einfach da sein für Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben: das sind die Begleiterinnen und Begleiter von Menschen mit einer Behinderung. Ihre Auszeichnung mit dem dritten «Dank Dir!»-Preis soll sichtbar machen, was an Freiwilligenarbeit in diesem Bereich geschieht.

Frauen und Männer, die Menschen mit einer Behinderung betreuen und begleiten, machen kein Aufhebens darum. Wie jene, die Jahr für Jahr in den Ferien- und Besinnungskursen und den Wochenenden der katholischen Behindertenseelsorge für die Gäste da sind. Stellvertretend für viele solcher Helferinnen und Helfer wurden sie am Fronleichnamstag in der Ferienwoche in Delsberg (26. Mai 2016) mit dem dritten «Dank Dir!»-Preis überrascht. «Behindertenbetreuung ist unspektakulär und findet weitgehend unbemerkt statt», sagt Thomas Villiger vom Fachbereich Pastoral der Landeskirche. «Aber Ferien für solche Menschen sind oft nur durch solche freiwillige Hilfe möglich und wären sonst für viele Familien und Angehörige kaum tragbar.»

Die Betreuerinnen und Betreuer im Delsberger Ferien- und Besinnungskurs für Menschen mit einer Behinderung nehmen den «Dank Dir!»-Preis stellvertretend entgegen für viele Frauen und Männer, die behinderte Menschen begleiten.

Sie nähen und stricken für andere Menschen, ohne ein Aufhebens darum zu machen: Dafür haben die Frauen der «Handarbeitsstube» der Luzerner Pfarrei St. Karl jetzt den 2. «Dank Dir!»-Preis der katholischen Kirche im Kanton Luzern erhalten.

Eine Dutzend ergrauter Frauen, die sich alle zwei Wochen im Pfarreizentrum St. Karl treffen und für einen guten Zweck lismen und nähen: das ist die «Handarbeitsstube» auch. Aber noch mehr: Das Handarbeiten ist ihnen zwar wichtig. Ebenso aber ist die Gruppe eine Plattform des Austausches und der gegenseitigen Anteilnahme. Und als soziales Netzwerk bietet die «Handarbeitsstube» Platz für psychisch beeinträchtigte Frauen und für Fremdsprachige.
 Abgesehen davon: Die Frauen der «Handarbeitsstube», die vor etwa 60 Jahren aus der damaligen Müttergemeinschaft entstand, stricken beileibe nicht einfach Socken, die niemand trägt. Unter der Leitung von Claudine Santoleri entstehen vielmehr textile Gebrauchsgegenstände von vielerlei Art: von Sitzunterlagen für die Religionsunterrichts-Kinder über Kinderkleider für das Asylzentrum Hirschpark bis zu Herzkissen für brustkrebsbetroffene Frauen.

«Gelebte Kirche»

«Das ist gelebte Kirche», sagte Synodalrätin Annegreth Bienz bei der Preisübergabe am Donnerstag (21. Mai). «Diese Frauen leisten Freiwilligenarbeit im Hintergrund, ohne ein Aufsehen darum zu machen – für Benachteiligte, für Menschen ohne Heimat, für Menschen am Rand unserer Kirche.» Annegreth Bienz ist Mitglied der Jury, welche die «Handarbeitsstube» aus sieben Nominationen als Trägerin des 2. «Dank Dir!»-Preises erkor.

Gruppen wie die «Handarbeitsstube» gibt es in vielen Pfarreien. Die Landeskirche und der Seelsorgerat (sie schreiben den «Dank Dir!»-Preis aus) zeichnet sie stellvertretend aus, um zu zeigen, wie wichtig solcher Einsatz, die Arbeit im Kleinen, im Stillen, im Verborgenen ist, die doch Grosses bewirkt. «Kirche ist auch da, wo nicht ausdrücklich ‹Jesus› darüber steht», schreibt die Jury unter anderem in der Begründung für ihre Wahl. Eugénie Lang, Präsesfrau der Frauengemeinschaft St. Karl, sprach von einem «kreativen Miteinander», das viele Spuren hinterlasse.

Engagement öffentlich anerkennen

Ohne Freiwilligenarbeit geht in der Kirche wenig, ist die Jury überzeugt. Unzählige Frauen und Männer jeden Alters setzen sich darin freiwillig für die Gesellschaft ein. Die einen sind gut wahrzunehmen, andere leisten im Stillen einen Beitrag. Mit dem «Dank Dir!»-Preis soll dieses oft als selbstverständlich wahrgenommene Engagement öffentlich anerkannt werden. Der Preis will anderseits die Verantwortlichen in den Pfarreien motivieren, Gruppen wie der «Handarbeitsstube» und ähnlichen in diesem Jahr eine besondere Wertschätzung entgegenzubringen.

Die Ministranten-Schar von Hochdorf erhielt am 3. Juni 2014 den ersten Freiwilligen-Preis «Dank Dir» von der römisch-katholischen Landeskirche und dem Katholischen Seelsorgerat KSRL verliehen.

Die Landeskirche und der kantonale Seelsorgerat zeichnen die Schar aus, weil «Minis» wesentlich zur Festlichkeit und Lebendigkeit der Gottesdienste beitragen. «Mini»-Leben ist kirchliche Kinder- und Jugendarbeit, wie es sie in fast allen Pfarreien gibt. Der erste «Dank dir!»-Preis kürt damit eine Gruppe von jungen Menschen, die in der Kirche und für die Kirche sehr wichtig sind. Stellvertretend wird damit allen «Minis» für ihre Bereitschaft gedankt. Ihr Einsatz wird oft als selbstverständlich wahrgenommen. Darauf will die Jury besonders hinweisen.

Ein wichtiger Dienst an der Gemeinschaft In Hochdorf ist es die grosse Zahl von rund 100 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, welche die Kirche als Ministrantinnen und Ministranten freiwillig mitgestalten. Sie erbringen damit einen wichtigen Dienst an der Gemeinschaft und pflegen diese auch unter sich. Die Hochdorfer «Minis» verbringen auch viel Freizeit miteinander. «Mini» kann man zudem lange bleiben: In Hochdorf besteht das Team der Leiterinnen und Leiter aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ältere «Minis» motivieren jüngere und diese wiederum sprechen neue Kinder an.

Preisübergabe als Überraschung

Der «Dank dir!»-Preis wurde den Hochdorfer Ministrantinnen und Ministranten am Dienstagabend, 3. Juni, anlässlich einer Sitzung des erweiterten Leitungsteams als Überraschung nicht angekündigt überreicht.
Der Preis besteht aus einem Geldbetrag für einen gemeinschaftlichen Anlass sowie drei «Dank dir!»-Fahnen, die nun während eines Jahres in der Pfarrei, gut sichtbar, auf die Auszeichnung hinweisen werden. Danach werden sie dem nächsten Preisträger weitergereicht.

In der Jury des «Dank dir!-Preises vertreten sind der Seelsorgerat, der Synodalrat und die Fachstelle Pfarreientwicklung und Diakonie der Landeskirche, die Bistumsregionalleitung sowie die Synode vertreten. Seesorgerat und Landeskirche hatten im Januar dazu aufgerufen, mögliche Preisträgerinnen und Preisträger zu nennen. Darauf gingen 14 Nominationen ein.

«Miteinander Kirche in der Nähe sein», Glaubens- und Gemeindebildung sowie die interne Klausur waren im Jahr 2018 zentrale Themen im KSRL.

Vollversammlungen

Die Mitglieder des KSRL (ab Januar 2018 sind es 15 Personen) trafen sich zu vier Vollversammlungen, die jeweils durch das Leitungsgremium vorbereitet wurden. Regelmässige Traktanden waren: spirituelle Einstimmung mit einem Impuls, Erfreuliches und Unerfreuliches aus Pfarrei / Pastoralraum und Kirche, Berichte aus dem Diözesanen Seelsorgerat und der Pastoralkommission Migrantenseelsorge, sowie der Arbeitsgruppe für eine geschwisterliche Kirche. Besondere Themen waren: die Impulstagung «Miteinander Kirche in der Nähe sein», der Austauschabend der Pfarreiratspräsidierenden und die Herbst-Klausur.

Impulstagung «Miteinander Kirche in der Nähe sein»

Im Januar führten wir den Impulstag mit 56 Personen erfolgreich durch. Lokale Kirchenentwicklung beschäftigt uns alle. Sie soll nahe bei den Menschen sein, trotz knapper werdenden personellen und finanziellen Mitteln. Deshalb hat sich das Bistum St. Gallen zusammen mit einzelnen Seel-sorgeeinheiten auf den Weg gemacht. Damian Käser-Casutt (Pastoralamt St. Gallen, Abteilung Pastorale Entwicklung) und Brigitta Helbling-Wildhaber (Pfarreisekretärin und freiwillig Engagier-te aus der Seelsorgeeinheit Magdenau) informierten uns über den «Neuland-Prozess».

Austauschabende für Pfarreiratspräsidierende

Der Austauschabend für Pfarreiratspräsidierende wurde nur in Luzern durchgeführt. Leider hatten sich in Beromünster zu wenig Pfarreien angemeldet. In Luzern aber trafen sich 18 PfarreirratsvertreterInnen aus 16 Pfarreien und tauschten sich über ihre Arbeit aus. In einer kurzen Umfrage an diesem Abend kam heraus, dass die Treffen sehr geschätzt werden. Der gemeinsame Austausch soll im Vordergrund stehen. Das Angebot einmal in der Stadt und einmal auf dem Land macht ebenfalls Sinn. 2019 werden wir den ländlichen Standort wechseln und schauen ob wir so mehr Pfarreien erreichen.

Klausur in Hertenstein

Im Oktober traf sich der Seelsorgerat in Hertenstein zu einer internen Klausur. Ziel unseres Zusammentreffens war, sich besser kennen zu lernen um die Zusammenarbeit zu fördern, die Arbeitsfelder zu kontrollieren und neu zu überdenken um dann auch das Leitbild und die Statuten anzu-passen. Gemeinsam einigten wir uns auf drei Hauptschwerpunkte für unsere Arbeitsfelder:

  1. Freiwilligenarbeit
  2. Klärung der Anliegen von Pfarreien und Pastoralräumen
  3. Positives der Kirche sichtbar machen

Ab 2019 werden wir uns in den Vollversammlungen diesen Schwerpunkten widmen und gemeinsam schauen was wir wo bewegen können.

Jahresabschluss / Verabschiedungen

Als Jahresabschluss liessen wir uns durch die verschiedenen Angebote der Gassenküche in Luzern führen, was uns sehr berührte. Anschliessend genossen wir die Gemeinschaft beim jährlichen Jahresschluss-Essen im neuen Restaurant Brünig in Luzern.

Folgende Mitglieder wurden mit grossem Dank für ihre Mitarbeit verabschiedet: Dora Baumann, Rita Mikeler (bereits im Juni 2018) und Guido Marfurt.

Neu im Gremium dürfen wir Ilona Plersch aus der Pfarrei St. Leodegar im Hof in Luzern begrüssen. Sie war bereits an unserer vierten Vollversammlung anwesend.

Die Gewinnung von neuen Mitgliedern bleibt auch im KSRL eine ständige Herausforderung.

Ausserdem…

  • lädt der Synodalrat das Leitungsgremium des KSRL jährlich einmal zu einem gegenseitigen Austausch mit anschliessendem Imbiss ein,
  • beteiligt sich der KSRL mit der Vorbereitung und Gestaltung von geistlichen Impulsen an den jährlichen Landeswallfahrten nach Einsiedeln und Sachseln-Flüeli-Ranft,
  • leitet der KSRL einmal im Jahr das Schweigen für den Frieden in Luzern an,
  • unterstützt der KSRL die Verleihung des Freiwilligenpreises „Dank Dir!“ und den Freiwilligenanlass am 5. Dez. in Luzern,

Franzisca Ebener
Präsidentin

«Kirche mit» den Frauen, Pfarreien und die Ausländermissionen, Glaubens- und Gemeindebildung sowie Nachfolgeregelungen waren im Jahr 2017 zentrale Themen im KSRL.

Vollversammlungen

Die Mitglieder des KSRL (ab Januar 2018 sind es 15 Personen) trafen sich zu vier Vollversammlungen, die jeweils durch das Leitungsgremium vorbereitet wurden. Regelmässige Traktanden waren: spirituelle Einstimmung mit einem Impuls aus «Evangelii gaudium», Erfreuliches und Unerfreuliches aus Pfarrei und Kirche, Berichte aus dem Diözesanen Seelsorgerat und der Pastoralkommission Migrantenseelsorge. Besondere Themen waren: die Romwallfahrt der Frauen, Information über das Enneagramm, die Zusammenarbeit von Pfarreien und Anderssprachigen Missionen, Glaubens- und Gemeindebildung sowie Nachfolgeregelungen. Als neue Mitglieder konnten begrüsst werden: im Februar Prof. Dr. Stephanie Klein als Nachfolgerin von Prof. Dr. Edmund Arens von der kath.-theol. Fakultät der Uni Luzern, im September Sr. Beatrice Kohler vom Bildungshaus Stella Matutina, Hertenstein.

«Kirche mit» den Frauen

In der ersten Vollversammlung 2017 berichteten die Synodalrätinnen Renata Asal-Steger, Maria Graf und Ruth Mory über die Frauenwallfahrt nach Rom. Der KSRL beschloss, in der synodalrätlichen «Arbeitsgruppe für eine geschwisterliche Kirche» mitzuarbeiten.

Glaubens- und Gemeindebildung

Die von der AG «Glaubens- und Gemeindebildung» vorbereiteten Austauschabende für Pfarreiratspräsidierende über Erfahrungen mit Glaubensseminaren/religiöse Erwachsenenbildung mussten 2017 wegen zu wenigen Anmeldungen abgesagt werden. Ausserdem hat die AG die Impulstagung «Miteinander Kirche in der Nähe sein – Ein Beispiel lokaler Kirchenentwicklung» organisiert, die am 20. Januar 2018 in der Klosterherberge Baldegg stattfindet.

Pfarreien und Ausländermissionen

Dem KSRL ist der Austausch mit und die stärkere Wahrnehmung der anderssprachigen Missionen (Albaner, Kroaten, Italiener, Spanier, Portugiesen, Polen, Chinesen) ein Anliegen. Deshalb hat eine Arbeitsgruppe zusammen mit dem Bischofsvikariat und der Pastoralkommission der Migrantenseelsorge die Tagung «Dazu gehören – fremd bleiben» organisiert, an der am 21. Oktober 2017 im Centro Papa Giovanni in Emmenbrücke 55 Personen teilnahmen.  Dabei wurde spürbar: Das Miteinander von Schweizern und «Zugereisten» ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Bereicherung. An der Tagung wurden mehrfach Beispiele für eine engere Zusammenarbeit erwähnt, zum Beispiel gemeinsame Wallfahrten, gemeinsames Essen, mehrsprachige Gottesdienste.

Verabschiedungen und Präsidiumswechsel

Im Anschluss an die letzte Vollversammlung am 23. November traf sich der KSRL zum jährlichen Jahresschluss-Essen im Caritas-Restaurant A 15 in Luzern. Die Mitglieder erhielten ausserdem als Dank eine CD «Kontraste – Gregorianik und Jazz im Dialog».

Folgende Mitglieder wurden mit grossem Dank für ihre Mitarbeit verabschiedet: Bischofsvikar Ruedi Heim, Vizepräsidentin Sr. Karin Zurbriggen, Joseph Durrer, Roger Zurbriggen und Präsident Karl Mattmüller. Neue Präsidentin ab 1. Januar 2018 ist: Franzisca Ebener, Rothenburg. Die Gewinnung von neuen Mitgliedern bleibt auch im KSRL eine ständige Herausforderung.

Franzisca Ebener und Karl Mattmüller | © Dominik Thali

Ausserdem…

  • lädt der Synodalrat das Leitungsgremium des KSRL jährlich einmal zu einem gegenseitigen Austausch mit anschliessendem Imbiss ein,
  • beteiligt sich der KSRL mit der Vorbereitung und Gestaltung von geistlichen Impulsen an den jährlichen Luzerner Landeswallfahrten nach Einsiedeln und Sachseln-Flüeli-Ranft,
  • unterstützt der KSRL die Verleihung des jährlichen Freiwilligenpreises „Dank Dir!“ und den Freiwilligenanlass am 5. Dez. in Luzern,
  • nahmen 32 Personen im Oktober an der vom KSRL organisierten Kulturreise auf die Klosterinsel Reichenau teil.

Karl Mattmüller
Präsident

Die traditionelle Herbsttagung des Katholischen Seelsorgerates des Kantons Luzern/KSRL wurde dieses Jahr von einer breiteren Trägerschaft organisiert. Neben dem Rat beteiligten sich auch das Bischofsvikariat St. Viktor sowie die Pastoralkommission Migrantenseelsorge des Kantons Luzern an der Vorbereitung. Das Treffen fand mit 55 Teilnehmenden am 21. Oktober im Centro Papa Giovanni, Emmenbrücke, statt.

Das Motto hiess: „Dazu gehören – fremd sein“. Das Ziel: Einheimische der Pfarreien und ausländische Gläubige der Ausländermissionen arbeiten enger zusammenarbeiten.

Kulinarisches Erlebnis

Es wurde spürbar: Das Miteinander von Schweizern und „Zugereisten“ ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Bereicherung. Dies konnten die Teilnehmenden der Tagung konkret erfahren beim Mittagessen, das von Frauen aus vier Ländern des globalen Südens zubereitet wurde.

Tagung 2017 | © Walter Ludin

 „Viele Flüchtlinge mussten alles zurücklassen. Aber eines bringen sie mit: ihre Talente.“ So heisst der Slogan einer Luzerner Gruppe, die mit Asylsuchenden Aktivitäten unternimmt. Zu den genannten Talenten gehören die Kochkünste, die selbst Frauen ohne Bildung beherrschen.

Im Centro Papa Giovanni wurden nicht etwa Spaghetti oder Pizzas aufgetischt. Man wagte eine weiter führende kulinarische Reise. Denn das Mittagessen wurde von Frauen aus Sri Lanka, Eritrea, Syrien und den Philippinen gekocht – und schmeckte vorzüglich.

Gemeinsame Wallfahrten

Wie kann die Wahrnehmung von Migranten in den Pfarreien gefördert werden und wie sind Doppelspurigkeiten zu vermeiden? Eine Antwort auf diese Frage hiess: „Vermehrt Synergien nutzen“. Dazu ein mehrmals genanntes Beispiel: Die Landeskirche, etliche Pfarreien und fast jede Ausländermission organisieren Wallfahrten nach Einsiedeln oder in den Ranft. Warum können sie sich nicht gemeinsam auf den Weg machen?

Schon wegen des prekären Mangels an Personal dränge sich eine engere Zusammenarbeit von Pfarreien und Ausländermissionen auf, wurde weiter betont. Eine Möglichkeit seien mehrsprachige Gottesdienste, auch wenn dabei die Sprachbarrieren für manche abschreckend seien.

In den Gottesdienst statt in die Pizzeria

Betreff Gottesdienste: Die Missionen würden sich freuen, wenn Schweizer zu ihnen in die Eucharistie kämen, hiess es. Ein Beispiel: „Andere gehen in die Pizzeria. Ich gehe in den Gottesdienst der Italiener.“

Ein weiterer Vorschlag: „Laden wir Chöre der Ausländer in unsere Pfarreigottesdienste ein.“ Vielleicht würde man nicht alles verstehen – aber dies so ja auch in vielen Liedern so, die im Radio zu hören sind.

«Wer ist katholischer?»

Die Beziehungen zwischen den Pfarreien und den ausländischen Missionen seien nicht immer konfliktfrei, meinte Bischofsvikar Ruedi Heim in seiner Begrüssung. Bisweilen gäbe es Streit um die Frage: „Wer ist katholisch? Und wer ist noch katholischer?“ Damit nahm Heim einen Befund auf, der referiert wird in der Studie „Kirchen in Bewegung. Christliche Migrationsgemeinden in der Schweiz“ (Schweizerisches Pastoralsoziologisches Institut/SPI). Judith Albisser, einer der Herausgeberinnen, lieferte in ihrem Einleitungsreferat einige Zahlen:

Tagung 2017 | © Walter Ludin

„Die Mehrheit der katholischen Migrationsgemeinden findet, dass der Glaube in der Schweiz in der Krise sei und dass die Schweiz neu evangelisiert werden müsse (85% einverstanden/eher einverstanden).“ Und: „Kirchen in der Schweiz sind ein Vorbild für meine Gemeinde (62% nicht einverstanden/eher nicht einverstanden.“

Angesichts solcher (Vor)Urteile bekommt das in den Gruppengesprächen öfters genannte Postulat eine besondere Bedeutung: „Wir müssen Berührungsängste abbauen und aufeinander zugehen.“

Neues aus den Missionen

Delegierte einiger Ausländermissionen hatten die Gelegenheit, im Plenum in je sechs aus dem Leben ihrer Gemeinschaften zu berichten.

  • Die Albaner konnten kürzlich ihr 25-Jahr-Jubiläum feiern.
  • Die Italiener haben nun im Kanton Luzern nur eine statt fünf Missionen, allerdings mit fünf „Pastoralzonen“.
  • Die Kroaten bereiten zahlreiche Brautpaare auf die Ehe vor. Die Trauungen finden meistens in der Heimat statt – ebenso die Beerdigungen.
  • Die Mission der Portugiesen ist ein den letzten Jahren massiv gewachsen, da aus wirtschaftlichen Gründen viele ihre Heimat verlassen und bei uns Arbeit suchen.
  • Man spricht zwar immer noch von „Spaniermission“. Doch sind dort die Spanier in der Minderheit, weil sehr viele Mitglieder aus Lateinamerika kommen: „1 Sprache – 21 Länder“. Nebenbei: Der Sprecher dieser Mission erlaubte sich eine etwas boshafte Nebenbemerkung zum Stichwort „Schweizer Identität“: Die Kartoffeln kommen aus Südamerika, die Schokolade ursprünglich aus Mittelamerika …

Wer bezahlt?

Hans-Peter Bucher, Geschäftsführer der Luzerner Migrantenseelsorge befasst sich in seinem kurzen Schlussreferat mit finanziellen Fragen. Die Ausländermissionen haben einen jährlichen Finanzbedarf von rund 3 Millionen Franken. Davon werden 60 Prozent durch die staatliche Quellensteuer und 19 Prozent durch die Kirchgemeinden aufgebracht.

Tagung 2017 | © Walter Ludin

In seinem Schlussvotum wies Bischofsvikar Ruedi Heim darauf hin, dass die Ausländermissionen mehr Geld für soziale und gesellschaftliche Projekte aufwenden als die Kirchgemeinden, die dafür mehr infrastrukturelle Aufgaben haben.

Probleme

Im Verlaufe der Gespräche wurde ein Problem mehrmals erwähnt, das zwischen Pfarreien und Missionen öfters auftritt: Es kommt vor, dass Räume, die den ausländischen Gemeinschaften etwa in Pfarreizentren zugestanden werden, ohne Vorankündigung für eigene Bedürfnisse gebraucht werden. „Ich stand mit 20 Schülern da und hatte keinen Zugang zum Zimmer, das uns gewöhnlich zur Verfügung stand.“

Ein weiterer Engpass: Die italienischen und portugiesischen Bischöfe sind kaum mehr in der Lage, Priester in die Schweiz zu schicken. Die Lücke müssen Inder, Polen oder Afrikaner füllen. Ein nicht gerade idealer Zustand, auch wenn es sich für die Italiener-Missionen um Priester handelt, die in Rom studiert haben …

Text und Fotos von Walter Ludin

Austausch- und Weiterbildungsabende für Pfarreiratspräsidierende, Glaubens- und Gemeindebildung, Migrantenseelsorge und ein Glaubens- und Begegnungstag waren Schwerpunkte des KSRL im Jahr 2016.

Vollversammlungen

Die Mitglieder des KSRL (im Dezember 2016 waren es 19 Personen) trafen sich zu vier Vollversammlungen, die jeweils durch das Leitungsgremium vorbereitet wurden. Regelmässige Traktanden waren: spirituelle Einstimmung mit einem Impuls aus «Evangelii gaudium», Erfreuliches und Unerfreuliches aus Pfarrei und Kirche, Berichte aus dem Diözesanen Seelsorgerat und der Pastoralkommission Migrantenseelsorge. Weitere Themen waren: Information über und Mitarbeit des KSRL am Schwerpunkt «Kirche und Nachhaltigkeit» der Landeskirche und des Bistumsvikariats, Bericht über das Haus «Mutter und Kind» in Hergiswil/NW, die Konstituierung der Arbeitsgruppen «Glaubens- und Gemeindebildung» und «Migrantenseelsorge» und das nachsynodale Schreiben «Amoris laetitia» von Papst Franziskus. Der Fachbereich Pastoral der Landeskirche nahm den Auftrag entgegen, zum Thema «Gewissens-Bildung» im Jahr 2017 eine Veranstaltung durchzuführen.

Austauschabende der Pfarreiratspräsidierenden

24 Pfarreiratspräsidierende bzw. Pfarreiratsmitglieder aus 15 Pfarreien nahmen das jährliche Angebot des KSRL zu einem Austausch- und Weiterbildungsabend im Frühjahr 2016 wiederum dankbar an. Maria Portmann von der Caritas Luzern referierte über Diakonie, die Angebote und die aktuellen Veränderungen bei der Caritas Luzern.

Glaubens- und Gemeindebildung

Die Herbst-Impuls-Tagung 2015, «Kleine christliche Gemeinschaften – Theorie und Praxis lokaler Kirchenentwicklung», hat unterschiedliche, meist positive Echos ausgelöst. Der KSRL bleibt deshalb nachhaltig an diesem Thema dran und hat dazu die Arbeitsgruppe «Glaubens- und Gemeindebildung» konstituiert. Erste Ergebnisse sind: Es wurden eine Übersicht über aktuelle Angebote aus dem Bereich «Glaubensbildung und lokale Kirchenentwicklung» erstellt und Erfahrungsberichte von durchgeführten Glaubensseminaren gesammelt, mit denen sich die Pfarreiratspräsidierenden schwerpunktmässig bei ihren Austauschabenden im Frühjahr 2017 befassen werden.

Migrantenseelsorge

Dem KSRL ist der Austausch mit und die stärkere Wahrnehmung der anderssprachigen Missionen (Albaner, Kroaten, Italiener, Spanier, Portugiesen, Polen, Chinesen) ein Anliegen. Die Arbeitsgruppe «Migrantenseelsorge» erhielt den Auftrag, zusammen mit der gleichnamigen Pastoralkommission eine entsprechende Tagung im Jahr 2017 vorzubereiten. Sie wird unter dem Thema «Vielfalt – im Glaubens eins» am 21. Oktober 2017 im Centro Papa Giovanni Emmenbrücke stattfinden.

Glaubens- und Begegnungstag

Über 90 Personen nahmen am 29. Oktober 2016 am Glaubens- und Begegnungstag mit dem Thema «un-glaub-l-ich» in der Klosterherberge Baldegg teil. In den Workshops erzählten eine junge Musikerin, ein Landwirt, eine Politikerin, ein Priester und Schriftsteller, eine Künstlerin, eine cerebral behinderte Frau und eine Ärztin über ihre Erfahrungen mit der unglaublichen Kraft des Glaubens.

Ausserdem…

  • beteiligt sich der KSRL mit der Vorbereitung und Gestaltung von geistlichen Impulsen an den jährlichen Landeswallfahrten nach Einsiedeln und Sachseln-Flüeli-Ranft,
    unterstützt der KSRL die Verleihung des Freiwilligenpreises «Dank Dir!« und den Freiwilligenanlass am 5. Dez. in Luzern,
  • nahmen 24 Personen im November an der vom KSRL organisierten kunsthistorischen Exkursion teil zu den Wandmalereien der Kirchen St. Georg/Rhäzüns und Waltensburg und zur modernen Steinkirche in Cazis bei Thusis,
  • hat ein Redaktionsteam wiederum monatliche spirituelle Impulse für 2017 vorbereitet mit Texten aus dem Rundschreiben «Evangelii gaudium» von Papst Franziskus, die hier aufgeschalten sind,
  • besuchten die KSRL-Mitglieder als Jahresschluss-Veranstaltung die Caritas-Werkstätten in Littau, liessen sich von Geschäftsführer Thomas Thali über die Tätigkeiten in diesen Räumen und die aktuelle Situation in der Caritas Luzern informieren, nahmen anschliessend im dortigen Caritas-Restaurant das Abendessen teil und erhielten als Dank für ihre Mitarbeit wiederum ein Buchgeschenk.

Karl Mattmüller
Präsident

80 Personen aus 30 Pfarreien fanden sich am 29. Oktober in der Klosterherberge Baldegg zu einer Impulstagung ein. Sie befassten sich mit der  Kraft des Glaubens, die oft „un-glaubl-ich“ sei. In sieben Workshops kam eine bunte Vielfalt von Glaubenserfahrungen zusammen. Es zeigte sich, dass der Glaube auch in einer säkularisierten Gesellschaft lebt.

Es begann mit einem Wortspiel. Das Wort «unglaublich» wurde in der Einleitung zur Tagung mit Bindestrichen unterteilt, so dass nach der ersten Silbe «un» der Begriff «Glaube» anklang und «Ich» zu lesen war, also «un-glaubl-ich».

Die 80 Teilnehmenden des alljährlich stattfindenden Impuls-Treffens des Kantonalen Seelsorgerates Luzern, konnten sich in sieben Workshops mit der Frage befassen: Welche besondere und vielleicht überraschende, eben unglaubliche Kraft schenkt mir der Glaube? Eine Politikerin, ein Priester-Schriftsteller, eine Musikerin, ein Landwirt, eine Künstlerin, eine Sucherin und eine Ärztin leiteten die Ateliers.

Kirchenaustritt?

Ein grosser Andrang herrschte in der Gruppe der ehemaligen Luzerner Regierungsrätin Yvonne Schärli. Sie sei „unglaublich stark katholisch erzogen worden“ und habe dann unzählige Male an den Kirchenaustritt gedacht. Doch: „Immer wieder hatte ich Begegnung mit Menschen, die aufgrund ihres Glaubens ‚den Nächsten wie sich selber lieben‘“. So blieb Yvonne Schärli in der Kirche.
Die SP-Frau bedauerte es, dass in der Öffentlichkeit viel zu wenig wahrgenommen werde, wie viele Gläubige sich sozial engagieren und wie hoch die finanziellen Leistungen der Kirche – dank Kirchensteuern! – für Benachteiligte seien.

«Totsparen»

Je mehr der Staat spare, umso grösser würden die Lücken, die zum Teil durch kirchliche Engagements gefüllt würden, stellte Yvonne Schärli fest. Von der Kirche erwartete sie, dass sie sich lauter gegen die Missstände in der Politik zu Wort meldet.

Das Sparen – „totsparen“ – war auch in der Vorstellungrunde des Ateliers von manchen Teilnehmenden angesprochen worden. So meinte ein über 90jähriger Mann: „Unser grosser Wohlstand und die Misere des Sparens: Das passt doch überhaupt nicht zusammen!“

Proteste gegen Gott

Der deutsche Priester und Schriftsteller Wilhelm Bruners leitete einen weiteren Workshop. Einer breiten theologisch interessierten Öffentlichkeit bekannt wurde er1988 durch seinen Bestseller „Wie Jesus glauben lernte“.
Der Autor, der 18 Jahre in Jerusalem lebte, hat eine besondere Vorliebe für Psalmen. Die ganze Breite des Lebens fände sich darin, „vom Lob bis zum Protest“. Während in der religiösen Erziehung das Protestieren gegen Gott als Sünde bezeichnet werde, finde sich die Auflehnung gegen ihn in zahlreichen Psalmen.

Wilhelm Bruners formulierte die überraschende These, Gott lasse in Jerusalem die drei abrahamitischen Weltreligionen „in Leere laufen“: die Juden durch das leere Heiligtum des Tempels, die Christen durch das leere Grab und die Muslime durch den leeren Felsen, von dem aus Mohamed nach der Glaubensüberzeugung des Islam in den Himmel auffuhr.

Die Kreativität Gottes

Der Baldegger Klosterhofbauer Andreas Marbot befasste sich in seinem Workshop mit der Schöpfung, die wegen der Gier es Menschen  aus dem Gleichgewicht fiel. Er forderte dazu auf, die Geiz ist geil-Mentalität zu überwinden und bereit zu sein, faire Preise für landwirtschaftliche Produkte zu bezahlen.
Die Malerin Susan Hermann-Csomor, Ballwil, lud in ihrem Atelier dazu ein, Lebens- und Glaubenserfahrungen in Bildern auszudrücken. Ihr Motto: „Die Kreativität in uns ist die Kreativität Gottes.“

Schatten führen zu Gott

Die junge, aus dem Luzerner Seetal stammende Ärztin Lea Stocker, die sich der Psychiatrie zuwendet, betonte: „Die Auseinandersetzung mit unsern Schattenseiten führt uns zu Gott.“
Bernadette Baumli, Sachseln, eine junge Frau mit einer cerebralen Behinderung, wurde als „Sucherin“ vorgestellt. Sie zeigte in ihrem Workshop, wie Ankerbilder im Leben Halt geben.

Die Sängerin Eliane (Müller) aus Hochdorf erzählte, wie die Musik als Beruf ihr Leben veränderte und welche Rolle der Glaube darin spielt. Ein Höhepunkt des von Bischofsvikar Ruedi Heim geleiteten Schlussgottesdienstes war ihr neuestes Lied.

Walter Ludin

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