Jahresbericht 2009

Der Seelsorgerat traf sich viermal im Leitungsgremium (6 Personen) und viermal in der Vollversammlung (18 Personen) sowie an einer öffentlichen Herbsttagung.

 

Verabschiedung von Willy Bünter

Am Jahresabschluss des Seelsorgerates in Rothenburg wurde Willy Bünter verabschiedet. Er hat den Seelsorgerat von Anfang an begleitet und war auch selber 20 Jahre Mitglied. Mit seinem Engagement als Redaktor des „Auftrag" ist er als Kämpfer für eine aufgeschlossene Kirche weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt. Mit dem gleichen Eifer hat er auch im Seelsorgerat Themen eingebracht und uns für Ideen und Projekte immer wieder begeistern könne.

 

Busssakrament

Der Seelsorgerat hat wahrgenommen, dass die Änderung bei den Bussfeiern die Gläubigen stark verunsichert hat. Auf der Basis des heutigen Priestermangels wurde der Aufruf zur Einzelbeichte als realitätsfremd bezeichnet. Ein persönliches Beichtgespräch mit einem Priester den man persönlich kennt und in den man Vertrauen hat kann sehr befreiend sein und ein solches Beichtgespräch ist für schwere Sünden sicher Pflicht. Aber die Menschen haben die Bussfeiern lieb gewonnen und im Aufrichtigen bereuen der täglichen kleinen Sünden haben sie bei diesen Feiern Befreiung empfunden. Das Verbot der Absolution in den Busfeiern ist aus theologischer Sicht begründbar, hat aber die Gläubigen schwer enttäuscht.

 

Pastoralräume

Die Bildung der Pastoralräume hat im Kanton Luzern begonnen. Viele Pfarreien sind mit den vorgeschlagenen Pastoralräumen einverstanden. Einige Pfarreien wollen alleine bleiben oder denken, dass sie davon nicht gross betroffen sind. In den Köpfen der Gläubigen ist die Pastoralraumidee noch nicht verankert. Deshalb möchte der Seelsorgerat einen Leitfaden für die Arbeit der Laien in den Pastoralräumen erarbeiten und diesen beim Start der ersten Pastoralräume im nächsten Jahr abgeben. Der Leitfaden soll darüber hinaus auch in der praktischen Arbeit der Laien in den Pfarreien helfen und die Zusammenarbeit der Laien in den Pastoralräumen fördern.

Dieses Thema wir den Seelsorgerat im nächsten Jahr stark fordern.

 

Impulstag 2009

Unter dem Motto „Frischer Wind für das Kirchenschiff" führt der Seelsorgerat am
14. November 2009 einen Impulstag durch. In vier verschiedenen Ateliers erhalten die Teilnehmer kreative Ideen zum Umgang mit dem Glauben. Themen sind: In der modernen Kunst den Glauben finden; mit Engelbildern ein Weg zum Göttlichen in uns Menschen finden; Gott im Unsichtbaren sichtbar machen; Spiritualität durch die Natur erfahren. Geleitet werden diese Ateliers von Experten aus verschiedenen Lebensbereichen. Der Impulstag wird als Weiterbildungstag für Laien sehr geschätzt.

 

Markus Muheim
Präsident

 

Jahresbericht 2008 

Über den Gartenzaun schauen
Oftmals sind Dinge, welche wir in mühsamer Arbeit versuchen zu erarbeiten, bereits vorhanden und können in einer angepassten Form übernommen werden. Man muss nur bereit sein, über den Gartenzaun hinaus zu schauen. In der Freiwilligenarbeit der Kirche ist abgucken erlaubt.

Miteinander vergleichen und voneinander lernen gilt auch in der Arbeit der Pfarreien. Dazu bietet der Seelsorgerat an seinen sechs Dekanatsabenden im Kanton Luzern eine Plattform. Vor der Hintergrund der neuen Pastoralräume, wo in Zukunft über die Pfarreigrenzen hinaus zusammen gearbeitet werden soll, sind das gegenseitige Kennenlernen und der gemeinsame Erfahrungsaustausch wichtig. Oft gleichen sich die Probleme in den Pfarreien, die Lösungsansätze aber sind unterschiedlich.

Vielleicht hat eine Pfarrei eine Lösung gefunden, an der eine andere Pfarrei noch sucht. Somit ist es wichtig, dass die Pfarreien auf allen Ebenen miteinander im Gespräch bleiben.

Nicht nur auf Dekanatsebene sondern auch auf Kantonsebene ist eine gute Zusammenarbeit und das gemeinsame Entwickeln neuer Perspektiven ein Anliegen des Seelsorgerates. An der Herbsttagung des Seelsorgerates in Horw wurde deshalb auf der Basis eines Referates von Dr. Walter Kirchschläger zum Thema „Zeitzeichen- Zeichen der Zeit" überlegt, wie wir im Kanton Luzern in unserer Zeit im Sinne des Evangeliums handeln können, ja handeln müssen.

 

Die Welt der Freiwilligenarbeit hört nicht an den Kantonsgrenzen auf. In den regelmässigen Treffen der Seelsorgeräte des Bistums Basel werden inhaltliche Themen zu unserem Glauben diskutiert. Wie sollen die Seelsorgestrukturen in den neuen Pastoralräumen gestaltet sein? Wie sieht die Zukunft des Beichtsakraments aus? Soll die Beichte aufgewertet werden, wenn ja mit welchen Ressourcen? Einen Konsens im Bistum zu finden ist oft schwierig. Wenn auch nicht alle unsere Ideen sofort umgesetzt werden, sind sie dennoch bei der Bistumsleitung als steter Tropfen, welcher auch einen Stein höhlen kann, bekannt.

 

Hoffnungsvoll ist der Blick über das Bistum hinaus. Aufbrüche und Umdenken sind vor allem in den Bistümern St. Gallen und Lausanne/Genf/Fribourg zu entdecken. Was bei uns oft noch verborgen ist, keimt an anderen Orten bereits. Darüber möchte ich am Schluss meines Jahresberichtes berichten.
Die Kirche besteht aus vielen unterschiedlichen Menschen. Diese lassen sich nicht mit einem „Einheitsbrei" abspeisen. Gemäss einer Studie gibt es mindestens 10 unterschiedliche Gruppen, (sog. Sinus-Milieus in der Schweiz) die man auf verschiedene Arten ansprechen muss. Was sie alle gemeinsam haben, ist der Glaube an Jesus Christus und einen Zugang zur Kirche. Diesen Zugang zu finden ist die Aufgabe der Kirche von heute. Das Bistum St. Gallen ist diese Aufgabe aktiv angegangen und hat Werbung für die Kirche im klaren Bewusstsein gemacht, dass die Jugend mit einem anderen Auftritt und Medium angesprochen werden muss, als Personen mittleren Alters; Personen der Arbeiterschicht wiederum anders als die traditionsbewussten Gläubigen oder die experimentier-freudigen Personen. Der christliche Zugang zu diesen Menschen kann zum Beispiel an einer Sportveranstaltung, im Kino, an einer Buchlesung, bei einer Benefizveranstaltung oder am Stammtisch gefunden werden. Das Bistum St. Gallen hat begonnen dies umzusetzen. Mit Kinospots, mit einer Weihnachtsbotschaft auf „YouTube" im Internet oder mit speziellen Postkarten zum Weitersenden versucht sie zudem, neue Gruppen anzusprechen.

 

Das Bistum Lausanne/Genf/Freiburg ist dem Bistum Basel bei der Umsetzung der Pastoralräume einen Schritt voraus. Anders als bei ums haben sich um ein regionales Zentrum grössere Pastoralräume mit bis zu 17 Pfarreien gebildet. Das Bistum hat den Pastoralräumen im organisatorischen Bereich klare Vorgaben geliefert, welche jetzt in die Tat umgesetzt werden. Auch da lohnt es sich, gute Ansätze in unsere Pastoralräume zu übertragen.

 

Der Blick über die Pfarreien, die Dekanate, den Kanton und das Bistum hinaus gibt mir Mut, an der Kirche der Zukunft mitzuarbeiten. Sich nur an den Rückschlägen und den Unzulänglichkeiten zu orientieren, führt zur Resignation. Wenn ich aber über den Gartenzaun hinaus schaue, sehe ich plötzlich Zeichen der Zeit, welche mir zeigen, dass das Potenzial von Ideen und neuen Ansätzen noch lange nicht ausgeschöpft ist. Damit warten auf den Seelsorgerat auch im 2009 weitere interessante Aufgaben.

 

Markus Muheim
Präsident

 

Jahresbericht 2007

Der Seelsorgerat traf sich 5-mal im Leitungsgremium (8 Personen) und 5-mal in der Vollversammlung (20 Personen). Dazu kamen 6 Begegnungsabende in den Dekanaten des Kantons Luzern, eine öffentliche Begegnungstag sowie ein Weekend.

 

Begegnungsabende

Im Mai und anfangs Juni 2007 fanden in 6 Dekanaten des Kantons Luzern die alljährlichen Begegnungsabende statt. Die Zusammenkünfte unter dem Thema „Und Gott sah, dass es gut war?" knüpften an die Herbsttagung 2006 des Seelsorgerates an und befassten sich mit der Fragestellung: Wie kann Gott es zulassen, dass Menschen, die ihr Leben nach ihm ausrichten, von schweren Schicksalsschlägen getroffen werden? Anhand eines Bildes von Marc Chagall kamen wir gemeinsam ins Gespräch. An den 6 Begegnungsabenden nahmen je ca. 40 Personen teil. Die Begegnungsabende bieten jeweils gute Gelegenheiten für Austausch und überpfarreiliche Kontakte in den Dekanaten.

 

Einzigartigkeit der katholischen Kirche

Das Vatikanische Dokument „Antwort zu einigen Fragen" vom Juni 2007 hat auch den Seelsorgerat beschäftigt. Unsere Anstrengungen in der Ökumene erlitten mit diesem Dokument einen schweren Rückschlag. Verschiedentlich wurde nach Gründen gesucht, warum dieses Dokument veröffentlicht wurde. Eine öffentliche Stellungnahme des Seelsorgerates war auf Grund der Ferienzeit nicht möglich. Umso prompter hat die Kirchgemeinde der Stadt Luzern reagiert, welche sich von diesem Dokument distanzierte und die reformierte Kirche um Entschuldigung bat.

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Weekend des Seelsorgerates 27./28. April 2007

Am Weekend in Rickenbach LU befasste sich der Seelsorgerat mit dem Thema Partnerschaft - Ehe - Familie. Im Bistum Basel gibt es keine Fachstelle für Ehe und Familie. Deshalb hat uns der Leiter der Fachstelle Partnerschaft - Ehe - Familie des Bistums St. Gallen, Niklaus Knecht-Fatzer, das Thema näher gebracht. Als sehr kompetenter und begabter Moderator hat er uns die Realität der Familie von heute und die daraus notwendigen Konsequenzen aufgezeigt.
Die Familie ist nicht mehr eine Form, die das ganze Leben bestimmt. Eine Ehe besteht aus mehreren Lebensabschnitten: Zuerst Partnerschaft, dann Familie mit Kindern und später wieder die Partnerschaft ohne Kinder.

Die Familie als Lebensform wird oft idealisiert. Viele Ehen zerbrechen an diesem Ideal, weil die Ideal-Familie nicht erreichbar ist.

Es gibt keine Familienpastoral, welche alle Bedürfnisse abdeckt, Es braucht gezielte Angebote und Aktivitäten, welche auf die jeweilige Lebenssituation der Menschen zugeschnitten sind. Voraussetzung für eine solche Pastoral ist ein hohes Niveau an Toleranz. Diese ist in den Pfarreien und Gemeinden nicht zwangsläufig vorhanden, sondern muss hart erarbeitet werden. Wir werden versuchen, aus diesen Schlüssen Verbesserungsvorschläge für die Familienseelsorge zu erarbeiten.

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Begegnungstag der Luzerner Katholiken in Baldegg am 20. Oktober 2007

Von Zeit zu Zeit laden die Landeskirche des Kantons Luzern und der kantonale Seelsorgerat zu einem Begegnungstag ein. Unter dem Thema „Himmel und Erde, Musik und Spiritualität" fanden sich 140 Personen zu dieser ganztägigen Veranstaltung ein. In wählbaren Ateliers konnte man sich verschiedenen Arten von Musik zuwenden. Da gab es spirituelle und meditative Lieder, Musik von Gregorianik bis Taizé, Rock, Rap, Jazz, Orgelpsalmen, Tänze zu Musik, oder man konnte die Seele mit eigenen Instrumenten erklingen lassen. In allen Ateliers wurde zum Mitsingen, Mittanzen und Mitmusizieren aufgefordert, was von den Teilnehmenden rege in Anspruch genommen wurde.

Ein Podiumsgespräch und eine Schlussfeier in der Klosterkirche rundeten den musikalischen Tag ab. Die Teilnehmer, die Atelierleiter und die Organisatoren haben diesen Tag mit Begeisterung mitgestaltet. Er wird uns noch lange als positive Erfahrung in Erinnerung bleiben. Mehr dazu unter /.

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Vernetzung

Der Seelsorgerat trifft sich regelmässig mit den Seelsorgräten des Bistums Basel und den Seelsorgeräten der ganzen Schweiz. Dort werden Gedanken aus Sicht der Laien über die Situation der Kirche ausgetauscht. Bei den Sitzungen des Bistumsseelsorgerates und bei der der Sitzung aller Seelsorgeräte der Schweiz sind jeweils auch die zuständigen Bischöfe anwesend. Dort können wir die Anliegen der Laien einbringen.

 

Kirchliche Gassenarbeit

In seiner Sitzung zum Jahresabschluss besuchte der Seelsorgerat das Paradiesgässli, ein Ort wo suchtbetroffene Eltern mit Kindern betreut werden. Eindrücklich schilderte uns der Geschäftsleiter der Kirchlichen Gassenarbeit Luzern, Sepp Riedener die aktuelle Situation der Drogenabhängigen und die vielen Hilfeleistungen, welche die Kirchliche Gassenarbeit in Luzern leistet. Welcher hohe Stellenwert eine separate Anlaufstelle für Eltern und Kinder hat, wurde uns an diesem Abend bewusst. Das Paradiesgässli möchte mithelfen, dass Kinder von suchtbetroffenen Eltern ausserhalb Gassenküche und den weiteren Treffpunkten Drogenabhängiger altersgerecht und persönlich betreut werden können. Mit viel Engagement hilft das Team des Paradiesgässlis, den Kindern und Jugendlichen einen guten Start in das Berufsleben zu ermöglichen, damit sie nicht in die gleichen Probleme wie die Eltern hineingezogen werden.

 

Ich danke allen Seelsorgerätinnen und Seelsorgeräte sowie Ruedi Heim, Bischofsvikar ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit

 

Markus Muheim

Präsident KSRL                                                                                                                               [nach oben]